Seder-Workshop in Stuttgart - Ein Beitrag von Anja aus Worms



Das Warten und die lange Zugfahrt haben sich gelohnt! Ein paar Minuten bevor der Zug nach Stuttgart ankam, stieg bei mir und meiner Freundin der Adrenalinspiegel gewaltig, denn wir freuten uns, die bekannten Gesichter zu sehen...

Als wir ankamen, wartete schon eine kleine Gruppe von Münchnern und anderen Teilnehmern auf uns, die vor uns ankamen. Zusammen fuhren wir zum Wohnheim, wo uns ein großes Zimmer zur Verfügung gestellt wurde. Als wir unsere Isomatten ausgerollt haben, erschien das Zimmer viel gemütlicher und nicht mehr so riesig, wie vorher. Als alle ihre Sachen ausgepakt und sich umgezogen haben, zündeten wir die Schabbat-Kerzen an und gingen in die Synagoge, die nicht weit vom Wohnheim lag. Ich muß immer wieder feststellen, daß die Atmospäre in der jüdischen Gemeinde einmalig ist. Nach dem G-ttesdienst und dem Essen machten wir einen großen Spaziergang durch das nächtliche Stuttgart, nach welchem wir sehr erschöpft waren.

Am nächsten Tag erwartete uns ein volles Programm. Workshop, drei Ausstellungen: eine Ausstellung neuer russischen Künstler aus Moskau und Sankt Petersburg, eine Ausstelung der Werke von Salvador Dali und schließlich die entspannende Pissaro-Ausstelung in der Staatsgallerie. Für jeden war etwas dabei! Am Abend, als Schabat zu Ende war, fand eine Disko statt. Tänze zu jeder Musik, Tänze im Kreis, die uns alle so verbinden...  Jeder hat gelacht und es war ein wundervolles Gefühl, diese glücklichen Gesichter zu sehen. Anschließend haben wir einen gemütlichen Abend verbracht, mit Kerzen, Gitarre, Liedern und Gedichten, die einer der Teilnehmern selbst geschrieben hat.
 

 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
Erst spät kamen wir in unsere Schlafsäcke, alle schliefen ziemlich fest und es war bestimmt nicht einfach, nach so einem ausgiebigen Programm am nächsten Morgen aufzustehen. Doch auf uns wartete ein spannendes Workshop über Pessach.

Ich habe bereits an mehreren Seminaren teilgenommen, hatte aber den Eindruck, daß es einer
der besten Workshops war, bei dem ich bis jetzt mitmachen durfte.

Anschließend gingen wir zur jüdischen Gemeinde, wo uns Rabbiner Berger einen israelischen Film über die Herstellung von Mazza zeigte. Danach fand eine lebhafte Diskussion über die Zukunft der jüdischen Studentenverbände in Süddeutschland statt.

Leider verging das Wochenende viel zu schnell, aber so ist es halt: Wenn es schön ist, vergeht die Zeit schneller.
Ich glaube, viele von uns hätten es gerne noch um ein paar Tage verlängert...
 

 

 
 

Ich hoffe sehr, daß wir noch viel Spaß haben werden und freue mich schon auf weitere Veranstaltungen. Ich finde, es sollen mehr Workshops, gemeinsame Wochenenden oder einfach Nachmittage organisiert werden, auf welchen man viel Zeit gemeinsam verbringt und über Dinge spricht, die einem wichtig erscheinen oder über die man gerne diskutieren möchte.

P.S.: Ich möchte mich bei allen, die es uns ermöglicht haben, so ein tolles Wochenende zusammen zu verbringen, und insbesondere bei Misha, dank dessen einmaligen Engagement diese Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte, recht herzlich bedanken.

Anja (Worms).