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Unsere Fahrt nach Frankfurt (30.05.99)

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Es fing schon alles ganz gut an. Um Punkt 6 Uhr morgens (na gut sagen wir 6.15) standen wir alle bereit für die Fahrt. Alle waren schon ganz gespannt, wie lange es wohl tatsächlich brauchen würde, um mit den Wochenendtickets von Stuttgart nach Frankfurt zu kommen. Doch die Fahrt verging fast wie im Fluge (nur nicht so bequem). Wir haben nicht nur die Leute besser kennengelernt, sondern auch die Landschaft, sowie die Flora und Fauna rund um Heidelberg, während wir mit einer Straßenbahn mehrere Kilometer zu überbrücken hatten, und schließlich in einem kleineren Dorf (leider weiß ich nicht mehr, wie dieses Dörfchen hieß) umsteigen mußten. Es hieß, nur kurz über die Straße gehen und schon wären wir am Bahnhof (Hier möchte ich einen schönen Gruß an die Deutsche Bundesbahn richten.) Tja, es war doch nicht so einfach, und wir verliefen uns ein wenig, fanden den Bahnhof jedoch nach einem kleinen Marathonlauf kurz nachdem unser Zug das Weite gesucht hatte. "Macht nichts, der nächste kommt schon in einer Stunde", hieß es. Also standen wir ein wenig auf dem Bahnsteig herum

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bis wir unseren Ghettoblaster eingeschaltet haben und ein privates Straßenfest veranstalteten.
 

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Born to be wild !

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Der totale Durchblick ?!?

Als unser Zug schließlich ankam (unseres Erachtens nach viel zu früh) verließen wir mit bedauender Mine den Schauplatz der Party. In einem gut klimatisierten und bequemen Zug traten wir unsere letzte Etappe Richtung Frankfurt an und kamen dort dann auch gut erholt und inzwischen mehr oder weniger wach an. Am Hauptbahnhof mußte uns leider ein Zwölftel unserer Gruppe verlassen (sie fuhr weiter nach Norden), und obwohl die Teilnehmerzahl im Laufe des Tages noch ein wenig schwankte, schafften wir es die noch übrigen elf Personen heil nach Stuttgart zu bringen.

Nun kämpften wir uns durch den Untergrund von Frankfurt zur nächstbesten S-Bahn und erreichten gerade noch rechtzeitig das Museum für jüdische Geschichte, um die Gruppe Jugendlicher vom ZWST begleiten zu können. Im Museum wurde uns einiges geboten, wir bekamen eine Führung durch das Haus, und hörten und sahen sehr interessante Dinge im Bezug auf die jüdische Geschichte von Frankfurt. Sehr interessiert folgten wir den Ausführungen und sahen uns alles bis ins kleinste Detail an.

Als dann alle ein wenig ausgehungert waren, machten wir uns auf den Weg etwas zu Essen zu beschaffen (nein, jagen mußten wir nicht!) Rein zufällig veranstaltete die Feuerwehr anläßlich ihres 125 jährigen Bestehens in der Innenstadt gerade ein Straßenfest in Kooperation mit dem BGS (siehe Hubschrauber), wo sie ihre Gerätschaften und Flugapparate vorstellten, welche wir sogleich mit großer Interesse begutachteten (leider durften wir nicht alleine rumfliegen. Nichteinmal der überwältigende Charme der Mädchen konnte die Piloten von Letzterem überzeugen.)
 
 

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Nachdem wir uns das Fest angeschaut haben, machten wir uns weiter auf den Weg etwas Eßbares aufzutreiben, und fanden schließlich auch eine sehr attraktive Pizzeria, wo jeder zu seiner Zufriedenheit bedient wurde, und keiner mehr über Hunger oder Durst klagen konnte. Zu unserem Glück waren wir der Italienischen Spache soweit mächtig, daß wir zumindest unsere Bestellung (Pizzza Margaritta) aufgeben und die Rechnung (Money!) bezahlen konnten. (Pronto! Porfavor?)
 

Dann ging es weiter zu der Ausgrabungsstette des jüdischen Viertels. Man bekam einen kleinen Einblick, unter welchen Bedingungen die Leute damals zu leben hatten, und konnte auch einige geschichtliche Überlieferung von zeitgenössischen Schriftstellern lesen und anhören. Es war sehr interessant zu erfahren, wie es dort einige hundert Jahre zuvor ausgesehen hat und wie die Leute damals über die Situation gedacht haben.
 
 

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Nach diesem denkwürdigen Rückblick entschieden wir uns ein wenig die Stadt anzuschauen, und wurden von unseren Wegweisern (Misha, wo gehts denn schon wieder hin? Na gut...) quer durch die Stadt geführt. Auf unserem Weg durch die Stadt, von der Hitze getrieben, suchten wir an jeder nur erdenklichen Stelle nach erlösender Abkühlung. Hin und wieder pilgerten wir in die Nähe von diversen Springbrunnen um Abhilfe zu schaffen (na gut, so dramatisch war es auch nicht.)
 
 

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Schließlich gelangten wir zu einem sehr hohen Haus (ich glaube ein Einkaufszentrum, es hieß ... egal, irgendwie), von dessen Dach wir die ganze Stadt überblicken konnten. Die Aussicht war überwältigend (anmutige Stille).

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Von der Schönheit des Ausblicks und der imposanten Erscheinung der Stadt ergriffen machten wir noch einige Fotos und kletterten wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

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Wir mußten einsehen, daß wir nur noch Zeit hatten, um eine Sehenswürdigkeit anzuschauen, und so entschieden wir uns (es lebe die Demokratie, nieder mit der Schwerkraft), obwohl eigentlich niemand wirklich hinwollte, zum Filmmuseum zu gehen. Doch leider kamen wir da schon zu spät an, die Tore wurden vor unserer Nase geschlossen. Man ließ uns nicht mehr passieren. Leicht deprimiert (Juhuuuuu!!!!) machten wir uns dann auf den Rückweg zum Bahnhof, wo wir unsere Heimreise anzutreten hatten.

Doch unterwegs ergriff uns die Müdigkeit und Erschöpfung, so daß wir uns eine kurze, aber sehr erholsame Pause genehmigen mußten. Zu unserem Erstaunen ging uns ein sechstel der Gruppe unterwegs verloren, aber wir ließen uns davon nicht entmutigen, legten uns in den nächst besten Park und versuchten unsere von den langen Wanderung entkräfteten Glieder wieder mit Leben zu füllen.
 
 

Schlaf der Gerechten.

 

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Schließlich wurden wir von den zwei sich verselbstständigten Zwölftel wiedergefunden.

Letztlich kam doch der Augenblick des Abschieds, und wir mußten einsehen, daß egal wie schön unser Aufenthalt war, und wie gut er uns auch gefallen haben mochte, wir uns auf den Weg machen mußten, um noch vor Anbruch des nächsten Tages zu Hause zu sein. Schwer fiel uns der Abschied, doch wir mußten zurück.

Die Zugreise verlief weitaus ruhiger als erwartet, jedoch trotzdem sehr angenehm nach so einem langen Tag. Nach einer kurzer Anlaufphase begannen wir Witze zu erzählen, viele davon waren wirklich sehr lustig, aber am meisten gefallen haben mir die, die ich nicht verstanden hatte (es lag nicht an den Witzen, sondern daran, daß ich kein Wort russisch kann, leider.)

Zwischendurch kam mal die Durchsage : "Wegen eines technischen Problems muß der Zug 10 Min lang halten." Als wir dann nach einer halben Stunde weiterfuhren, kam ein Schaffner vorbei, den wir dann auch gleich gefragt haben, warum wir so lange gehalten haben. Er meinte: "Ach, wir mußten einen Notarzt und die Polizei rufen, weil drei Fahrgäste keine Fahrkarten hatten, und es vorzogen eher den Schaffner zu verprügeln als die Strafe zu zahlen." (Ich glaube da muß ich nichts mehr dazu sagen.)

Nach einem flotten Zugwechsel fuhren wir pünktlich um 19.56 Uhr (Ortszeit) weiter. Letztendlich waren wir doch alle froh, als wir Haltestellen entdeckten, deren Namen uns bekannt vorkamen. (Wir kamen kurz vor acht Uhr in Stuttgart an, um genau zu sein 19.56, wenn ich mich richtig an die Uhr im Zug erinnere. ;-)

Es war ein sehr lustiger und sehr schöner Tag, und ich hoffe wir werden das bald möglichst wiederholen. :-)
 

Shalom,

Rudi

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